Reiseblog

Mit MS Seaventure nach Grönland

(06.06.22) Für mich geht es morgen nach Deutschland zurück. Es stehen noch Vorbereitungen und verschiedene Termine für die Reise mit der MS Seaventure von Bremerhaven nach Grönland und zurück an. Auf dieser Reise werde ich ab 16. Juni als Expeditionsleiter unterwegs sein und wieder hier berichten…

Reykjavík – Ausschiffung

(05.06.22) Wir sind pünktlich vor Reykjavik angekommen, die Skyline ist bereits erkennbar. Nachdem wir gut eine halbe Stunde auf den Lotsen warten mussten, machen wir mit geringer Verspätung in Reykjavik fest.
Das Gepäck wird ausgeladen und das Covid-Test-Team kommt an Bord, um die amerikanischen Gäste zu testen. Dann beginnt die Ausschiffung und die Gäste verabschieden sich.
Für das Team geht damit die erste Reise zu Ende und wir freuen uns über die vielen positiven Rückmeldungen der Gäste.

Westmännerinseln

(04.06.22) In der letzten Nacht gab es die höchsten Wellen der gesamten Reise – bei rund 2 Metern Wellenhöhe haben die meisten Gäste aber gut geschlafen und zum Erstenmal während der Reise gespürt, dass sie auf einem Schiff sind.
Am späten Vormittag kommt der Lotse an Bord. Die Einfahrt in den Hafen von Heimaey ist auch bei wenig Wind und ruhiger See Millimeterarbeit.
Die Gäste erwartet heute noch einmal ein Traumtag. Es ist fast windstill und die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Einige Gäste sind auf einer Wanderung, andere unternehmen eine Quad-Tour oder eine Busrundfahrt.
Als Highlight des Tages gibt es eine letzte Zodiacfahrt. In einer Höhle sammeln sich alle Boote und unsere Kollegin und Sängerin Arndis Halla gibt ein Lied zum besten. Die Akkustik in der Höhle ist beeindruckend. Danach setzen wir die Zodiacfahrt noch an der Küste fort und besuchen einige der Vogelfelsen von Heimaey.
Nach getaner Arbeit schmeckt ein Bier der örtlichen Brauerei besonders gut, bevor es zum letzten Abschnitt der Reise von Heimaey nach Reykjavík geht.

Djúpivogur

(03.06.22) Unsere Gäste sind heute zum größten Teil auf einem Ausflug zum Gletschersee Jökulsárlon. An Bord gibt es jede Menge organisatorische Arbeiten. Die Ausschiffung muss schon heute vorbereitet werden. So benötigen z.B. die amerikanischen Gäste für die Rückreise einen negativen Coronatest.
An Bord wurden – wie auf fast jedem Schiff, dass derzeit unterwegs ist und Tests durchführt – einige wenige Coronafälle nachgewiesen. Obwohl in Island auch für positiv Getestete keine Isolationspflicht mehr besteht, müssen die betroffenen Gäste in ihren Kabinen bleiben und werden regelmäßig wieder getestet. Die Verläufe sind durchwegs mild. Zur Sicherheit wurde auch die gesamte Besatzung getestet und alle Crewmitglieder mit direkten Kontakt zu Gästen sind negativ.
Am Abend werden die Gäste in einem Briefing noch über die Details der Ausschiffung informiert.

Seyðisfjörður

(02.06.22) Die See ist weiter spiegelglatt und der Tag beginnt mit dichtem Nebel. Das Nebelhorn des Schiffes ist seit Stunden im Einsatz. Rechtzeitig vor der Ankunft in Seyðisfjörður lichtet sich der Nebel. Zur Feier des Tages dürfen wir heute einmal am Fährterminal anlegen. Dort macht normalerweise einmal pro Woche die Fähre Norröna fest, die Island mit Dänemark verbindet.
Einige Kollegen sind heute mit mir und 15 Gästen zu einer Wanderung in den Bergen südlich von Seyðisfjörður unterwegs. Der Blick auf den Fjord ist großartig und auf den Hochflächen fangen gerade die ersten Blumen an, zu blühen. Besonders die Polster der Alpenheide setzen farbige Akzente in der Landschaft. Wieder zurück in Seyðisfjörður erfreut der arktische Mohn mit seinen kräftigen Farben des Auge.
Am Nachmittag sind wir wieder mit den Zodiacs unterwegs. Wir erkunden einen Teil des Fjordes und es hat sich tatsächlich auch ein Buckelwal in den Fjord „verirrt“.

Mückensee

(01.06.22) Das Schiff liegt heute tagsüber noch in Húsavík und viele Gäste nutzen den Tag für einen Ausflug zum Mückensee. Der Wasserfall Goðafoss führt heute besonders viel Wasser, die Schneeschmelze im Hochland dauert noch an.
Vom Wasserfall geht es zum Mückensee. Er trägt seinen Namen heute nicht ohne Grund. Die Biester sind ziemlich lästig und kriechen in die Ohren, in die Nase und unter die Brille – aber zum Glück stechen sie nicht. Besonders lästig sind sie an den Pseudokratern bei Skútustaðir am Südufer des Mückensees.
Im Gebiet von Dimmuborgir machen wir uns auf die Suche nach versteinerten Trollen. Auch Julius Cäser ist vertreten und man könnte fast den Eindruck gewinnen, Goscinny und Uderzo hätten sich bei ihren Comics von Dimmuborgir inspirieren lassen.
Zum Abschluss des Tages steht noch ein Bad in den Myvatn Nature Baths auf dem Programm. Ähnlich wie in der Blue Lagoon ist auch hier das Wasser durch Mineralien tiefblau gefärbt. Hier kann man aber deutlich entspannter und günstiger baden, als in der meistens überlaufenen und völlig überteuerten Blue Lagoon.

Insel Flatey und Húsavík

(31.05.22) Um 7 Uhr morgens beginnt unser Tag wieder auf den Zodiacs. Wir bringen unsere Gäste zur Insel Flatey, einem Vogelparadies nördlich von Húsavik. Schon an der Anlegestelle warnen Schilder vor den Küstenseeschwalben, die während der Brutzeit recht angriffslustig sind. Die Wege dürfen auf der Insel auf keinen Fall verlassen werden, um die Vögel nicht zu stören. Auch das Expeditionsteam packt die großen Teleobjektive aus – gute Bilder für unsere Vorträge und für das Recap am Abend können wir immer brauchen.
In Húsavik liegen die Kollegen von Hurtigruten schon im Hafen. Am Nachmittag steht die Begleitung des deutschsprachigen Ausflugs „Diamond Circle“ an. Wir fahren zunächst in die Schlucht Ásbyrgi und die Gäste freuen sich über einen kleinen Waldspaziergang bei bestem Wetter. Der Wasserfall Dettifoss ist natürlich die wichtigste Sehenswürdigkeit des Ausfluges und dank des sonnigen Wetters leuchtet ein Regenbogen über dem Wasserfall.
Auf dem Rückweg nach Húsavík steht noch ein Fotostopp an einem neuen Aussichtspunkt auf dem Programm. Von dort bietet sich ein pefekter Blick in den Canyon des Flusses Jökulsá á Fjöllum und auf die Echofelsen.
Die Nacht über bleiben wir in Húsavik und viele unserer Gäste nutzen die Gelegenheit für einen Besuch im Geo Sea Thermalbad oder in einer der Kneipen in Húsavik. Einige Gäste sind am Abend auch noch auf Walbeobachtung und bringen spektakuläre Bilder von Buckelwalen mit…

Siglufjörður und Insel Hrísey

(30.05.22) Heute morgen besuchen wir Siglufjörður. Die Stadt war vor rund 100 Jahren eines der Zentren der Heringsverarbeitung in Island. Daran erinnert noch heute das Heringsmusem. Für unsere Gäste gibt es dort eine Vorführung – Heringsverarbeitung wie vor 100 Jahren. Ein Vergnügen war das damals sicher nicht.
Gegen Mittag verlassen wir Siglufjörður und fahren in den Eyjafjörður. Der Name bedeutet übersetzt „Inselfjord“ und so ist es nur konsequent, eine der Inseln im Fjord zu besuchen. Unsere Zodiacs werden als Shuttle zwischen der Ocean Diamond und der Insel Hrísey eingesetzt. Hrísey ist bewohnt und eine Fähre verbindet die Insel regelmäßig mit dem isländischen „Festland“.
Bei spigeleglatter See geht es am Abend dann einen Fjord weiter und wir liegen über Nacht bei der Insel Flatey vor Anker.

Ísafjörður und Hornbjarg

(29.05.22) Das Wetter ist uns treu geblieben, auch in Ísafjörður werden wir von strahlendem Sonnenschein begrüßt. Die Kollegen des Expeditionsteams sind heute mit den Gästen unterwegs zum Wasserfall Dynjandi, zu den Wikingern in Þingeyri und per Superjeep.
Die Superjeep-Tour verläuft komplett anders, als geplant, da die eigentlich vorgesehene Strecke selbst mit den Superjeeps nicht passierbar ist. Aber im Improvisieren sind die Isländer große Meister und die Gäste kamen begeistert vom Ausflug zurück.
Ich habe heute mit der Kollegin Arndis Halla Zodiacs getestet. Für die Spitzbergenreisen im August müssen die Schlauchboote zuverläassug funktionieren und deshalb wird eine genaue Mängelliste erstellt. So ein ganz klein wenig Spaß ist natürlich auch mit dabei…
Ein weiterer Test steht am späten Nachmittag an – das aktuelle Sommerbier der örtlichen Brauerei Dokkan. Am Abend geht es dann weiter entlang der Küste der Nordwestfjorde. Besonders beeindruckend ist der Vogelfelsen Hornbjarg in der Abendsonne. Da packt dann auch einmal das Expeditionsteam die Kameras aus.

Stykkishólmur und Halbinsel Snæfellsnes

(28.05.22) Die nächtliche Fahrt rund um die Westspitze der Halbinsel Snæfellsnes war ruhig und wir sind pünktlich in Stykkishólmur angekommen. Zumindest für die Nordseite der Halbinsel Snæfellsnes ist die Wettervorhersage gut und die Ausflüge starten bei strahlender Sonne.
Ich bin mit deutsch und englisch sprechenden Gästen unterwegs zur Lavahöhle Vatnshellir. Die Höhle entstand vor etwa 8.000 Jahren bei einem Vulkanausbruch und ist bis zu einer Tiefe von fast 40 Metern zugänglich. Wie in vielen anderen Lavafeldern Islands ist auch rund um die Höhle Wasser Mangelware und die Bewohner der Gegend nutzten die Höhle früher als Brunnen, denn an den tiefer gelegenen Stellen der Höhle gab es meistens Wasser. Daher auch der Name Vatnshellir, also Wasserhöhle.
Nach dem Besuch der Höhle geht es noch zum Leuchtturm Malarrrif und danach weiter zum Krater Saxhóll. Er kann über einen gut ausgebauten Weg bestiegen werden. Der Wasserfall Kirjufellsfoss zu Füßen des inzwischen weltweit bekannten Berges Kirkjufell darf natülich bei einem Ausflug auf Snæfellsnes nicht fehlen.
Nachdem die Gäste wieder von ihren Tagesausflügen zurück sind, bieten wir noch eine Rundfahrt mit den Zodiacs an. Ziel ist die Insel Þórishólmi direkt vor dem Hafen von Stykkishólmur. Nach einer kurzen Überfahrt kommen wir bei Traumwetter den Seevögeln ganz nahe.
Über Nacht fahren wir weiter in die Nordwestfjorde nach Ísafjörður.

Einschiffung in Reykjavik

(27.05.22) Heute kommen die ersten Gäste der Saison an Bord. Wir gehen als Expedition Team schon am Vormittag an Bord und treffen letzte Vorbereitungen. Bevor die Gäste eintreffen, gibt es noch eine Teambesprechung.
Nachdem alle Gäste an Bord sind, steht die Sicherheitsübung an – auch das Anlegen der Rettungswesten wird geübt. Dann heißt es „Leinen los“ und wir verlassen Reykjavik in Richtung Stykkishólmur. Der Hafenlotse aus Reykjavik geht nach kurzer Zeit von Bord und bei Sonne und ruhiger See geht es Richtung Nordwesten.

MS Ocean Diamond startklar machen

(26.05.22) Die MS Ocean Diamond ist heute früh pünktlich im Stadthafen von Reykjavik angekommen. Für die Islandreisen muss das Schiff noch vorbereitet werden. Natürlich werden Lebensmittel und Treibstoff an Bord genommen, aber auch die ganze Büroausrüstung, Infomaterial und Jacken für die Gäste, sowie die Uniformen und Zodiacausrüstung für das Expeditionsteam müssen an Bord gebracht werden. Ein besonders schwerer Brocken ist der Waffenschrank, den wir für Spitzbergen brauchen, das gute Stück wiegt über 300 kg.
Auch das Internet für Gäste muss in Betrieb genommen werden und Bilder werden in den öffentlichen Bereichen aufgehängt. Die Versicherung ist zur Inspektion an Bord und verschiedene Behörden geben sich mehr oder weniger die Klinke in die Hand.

Noch ein Vorbereitungstag

(25.05.22) In dieser Saison geht es mit der Ocean Diamond im August auch nach Spitzbergen. Das bedarf besonders intensiver Vorbereitung. Es müssen z.B. Waffen für die Eisbärenwache bei den Behörden angemeldet werden und die Mitglieder des Expeditionsteams benötigen ein Zertifikat von der AECO (Association of Arctic Expedition Cruise Operators). Dazu müssen Fragen bei einem Onlinetest ausgefüllt werden und das dauert bei 100 Fragen locker 2 bis 3 Stunden.
Da tut am Abend eine kleine Tour in die Nachbarschaft und ein kühles Bier ganz gut 🙂

Reisevorbereitung

(24.05.22) Für die Saison muss noch alles Mögliche vorbereitet werden – heute deshalb ein Bürotag, zuerst im Homeoffice und dann im Island Pro Travel Büro. Neben den rein touristischen Vorbereitungen wie Bestellung der Busse gibt es auch rund um das Schiff jede Menge Vorbereitung. Es müssen Meldungen für die Häfen organisiert werden, u.a. muss Abfallentsorgung, Treibstoffversorgung usw. angemeldet werden, aber auch die Bestellung und Lieferung spezieller isländischer Lebensmittel wie Skyr oder Brennivin steht auf der Tagesordnung.
Im Hafen ist neben einem dänischen Segelschiff schon der Platz frei für die Ocean Diamond und zum Abschluss des Tages geht es mit einigen Kollegen noch zum Essen in die Stadt. Reykjavik kann ich wie schon lange allen wärmstens empfehlen, die auf Gourmetküche stehen…

Nach Island

(23.05.22) Heute geht es nach Island. Die Anreise nach Frakfurt per Bahn hat erfreulicherweise gut geklappt, allerdings gab es dann auf der Strecke vom Hauptbahnhof zum Flughafen Fernbahnhof tatsächlich noch 25 Minuten Verspätung.
Checkin war in ein paar Minuten erledigt und auch die Warteschlange an der Sicherheitskontrolle war überschaubar. Diesmal haben sie die Kontrolle sehr ernst genommen – einmal komplett abgetastet und sämtliche elektronischen Geräte auspacken, selbst Kamera und Drohne mussten aus der Tasche raus.
Die Lufthansa hat dann auch noch etwas für die Volksgesundheit getan – Gatewechwel von 26 nach 54, das sind mal eben 20 Minuten strammer Fußmarsch.
Es ging dann mit knapp 30 Minuten Verspätung los, weil beim Bodenpersonal absoluter Personalmangel herrscht. Ein einziger Mitarbeiter musste das komplette Gepäck verladen – zwar in Containern und mit Loader, aber er musste städnig zwischen drei Fahrzeugen hin und her springen. Dank günstiger Winde dann aber pünktliche Landung in Keflavik und von einem Freund nach Hause gebracht.

Rund um Island mit MS Ocean Diamond

(16.05.22) In einer Woche geht es wieder los. Die Islandsaison beginnt und ich fliege einige Tage, bevor die erste Reise mit MS Ocean Diamond beginnt, nach Island. Es stehen noch einige Vorbereitungen an, das Schiff muss erst wieder in Betrieb genommen werden. Ab kommenden Montag (23.05.22) könnt ihr hier mit verfolgen, wie das alles abläuft…